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Parasitoide und andere Nützlinge

Parasitoide und andere Nützlinge

Parasitoide und andere Nützlinge

Parasitische lebende Wespen und Fliegen oder spezialisierte Räuber wie z.B. blattlausfressende Schwebfliegen, Marienkäfer oder Raubwanzen sind eng verflochten mit der Populationsdynamik ihrer Wirts- und Beutearten und besitzen eine prominente Funktion in Nahrungsnetzen. Ihr Vorkommen und ihre Zahl sind wichtige Indikatoren für die Ökosystemdienstleisung „Schädlingsregulierung“ und das Vorkommen bestimmter Wirtsarten. Das Trendmonitoring hat zum Ziel, eine Datengrundlage über  langfristige Bestandsänderungen dieser Nützlinge in Abhängigkeit von Landnutzung und anderer exogener Faktoren (Klimaveränderungen) zu schaffen. Methoden für ein Monitoring dieser Zielgruppen werden zunächst an ausgewählten Standorten  etabliert und ihre Eignung für ein langfristiges Trendmonitoring  geprüft. Zudem werden Parameter erfasst, die zur Bewertung des Fitnesszustandes dieser Arten in Abhängigkeit von in der Agrarlandschaft vorhandenen Nahrungsressourcen mittels biochemischer und physiologischer Methoden dienen können.  Ziel ist die Modellierung der beprobten Landnutzungssysteme auf Artenspektrum, Häufigkeit und Fitnesszustand diverser Nützlinge.


Das System für ein Trendmonitoring wird zunächst an mehreren Standorten im Südwesten Deutschlands entwickelt. Diese Region ist klimatisch begünstigt, strukturreich und weist einen vielfältigen Anbau von Kulturpflanzen auf. In der Modellphase wird das Monitoring in Refugialhabitaten (Hecken, evtl. Dauerbrachen) in der Agrarlandschaft, im Dauergrünland sowie in Streuobstwiesen stattfinden. Eine langfristige Betreuung durch das Institut für Biologischen Pflanzenschutz soll möglich sein bzw. in Kooperation mit anderen Institutionen auch auf andere Regionen ausgeweitet werden. Zudem wird das Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau auch ein System für das Trendmonitoring parasitoider Wespen und den naturschutzrelevanten Wildbienen und Grabwespen in unterschiedlich bewirtschafteten Weinbergen aufbauen.

Ansprechpartnerin

Annette Herz
Julius Kühn-Institut für Biologischen Pflanzenschutz
annette.herz@julius-kuehn.de

Hymenoptera im Obst- und Weinbau

Weinberge und zum Teil auch Obstanlagen stellen aufgrund ihrer wärmebegünstigten Lage und ihres Artenreichtums an Pflanzen und Strukturen Hotspots der Biodiversität dar. Klimawandelbedingte Artenneuzugänge treten häufig zuerst in diesen Kulturen auf. Zugleich sind es die Kulturen mit den höchsten Pflanzenschutzmittelanwendungen. Die Herausforderung für einen modernen Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau ist es, eine Balance zwischen Kulturführung, Düngung und Pflanzenschutz auf der einen und Natur- und Ressourcenschutz auf der anderen Seite zu schaffen.

Ziel dieses Teilprojekts ist ein generelles Trendmonitoring in Obst- und Weinbau auszuarbeiten und die Auswirkungen verschiedener Einflussgrößen auf die Insektendiversität, insbesondere auf die Ordnung Hymenoptera, zu untersuchen. So soll im Weinbau neben dem Einfluss unterschiedlicher Bewirtschaftungsformen sowie naturnaher Habitatstrukturen im Umland der Rebanlagen auch der Effekt von reduziertem Pflanzenschutz durch den Anbau pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWI-Sorten) bewertet werden. Dabei sollen sowohl klassische Methoden der Insektentaxonomie als auch Metabarcoding eingesetzt werden. Letzteres soll eine spätere Ausweitung des Untersuchungsgebietes unabhängig von Insektenspezialisten möglich machen.

Ansprechpartner

Christoph Hoffmann
Julius Kühn-Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau
christoph.hoffmann@julius-kuehn.de